Wie kam es zu dieser Plastikflut?

Woher kommt das ganze Plastik auf ein mal?

Bis zum Zweiten Weltkrieg gab es kaum Plastikteile im Meer. Der Grund dafür war, dass es schlichtweg kaum bezahlbare Artikel aus modernen Kunststoffen gab. Heute werden alljährlich etwa 350 Millionen Tonnen Plastik hergestellt.

Das Drama begann, als Kunststoffe auf dem Weltmarkt immer interessanter wurden. Durch Polymerisation von Erdgas und Erdöl konnte die Industrie erstmals Kunststoffe mit flexiblen Eigenschaften herstellen. Das fand die Industrie toll. Nun konnten beispielsweise Flaschen beim Herunterfallen nicht mehr zerbrechen. Man konnte billig Behältnisse, Tüten und Verpackungen in beliebigen Formen, Farben und Größen herstellen. Jeder konnte seine Einkäufe in Plastiktüten abtransportieren.

Aus den billigen Kunststoffen konnten biegsame Rohre, wasserdichte oder knitterfreie Kleidungsstücke, Dichtungsringe, Kunstleder- oder Gummistiefel, Kunstleder-Geldbörsen und -Sessel, Dämmstoffe, Autobauteile, Fensterrahmen, Bodenbeläge, Eimer, DVD-Hüllen oder Kindersitzschalen hergestellt werden. 1912 erfand Fritz Klatte das PVC (Polyvinylchlorid). Danach folgten Polystyrol, Polyethylen, Polyurethan, Teflon, Perlon, Styropor und andere. Wir fassen all diese Erfindungen und Entwicklungen der Chemieindustrie unter Begriffen wie "Kunststoff" oder "Plastik" zusammen.

Am Ende entscheiden aber nicht mehr die individuellen Eigenschaften und Nutzwerte eines Kunststoffes darüber, wie sich dieses Plastikteil im Meer verhält. Am Ende zählen die verarbeiteten Erdöl-Grundstoffe und die Zutaten bzw. Additive, etwa Weichmacher, Stabilisatoren oder Färbemittel, die beim Zerfallsprozess freigesetzt werden.

Teile diese Seite:

Ein Gedanke zu „Wie kam es zu dieser Plastikflut?

  • 17. Oktober 2019 um 08:05
    Permalink

    Der Fortschritt.. eines Tages wird es uns einholen.. so nützlich Plastik auch ist, mindestens genauso schädlich ist es aber auch..

    Ich bin für ein plastikfreies Leben.. jedenfalls so gut es geht.

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.