Nachhaltig Leben

Plastikfrei Leben

Plastik richtet in der Natur enorme Schäden an.

Zahlreiche Tierarten leiden unter der Plastikflut und den Auswirkungen des übriggebliebenen Mülls. Letztendlich sind es aber auch wir Menschen, die die Folgen des Plastikkonsums zu spüren bekommen. Ein Leben ohne Plastik ist in der heutigen Zeit nahezu unvorstellbar. Wir sind täglich von unzähligen Plastikprodukten umgeben – Plastiktüten, -flaschen oder -verpackungen.

Ein plastikfreier Einkauf scheint fast unmöglich. Der Kunststoff grüßt an jeder Ecke. Aber warum ist Plastik so schädlich und, hat es wirklich solche fatale Auswirkungen auf uns Menschen? Zum Verständnis – Plastik wird aus Kohle, Erdgas und Rohbenzin gewonnen. Aber auch Farbmittel, Weichmacher und die knappe Ressource Erdöl finden bei der Herstellung Verwendung.

Das Katastrophale an Plastik ist letztendlich der langjährige und künstliche Abbau in der Natur. Bis eine ins Meer geworfene Plastikflasche vollständig abgebaut ist, dauert es ca. 450 Jahre. Wenn man bedenkt, dass jährlich ca. 1 Billion Plastiktüten weltweit verbraucht werden, kann man sich die Folgen ausrechnen.

Plastik zersetzt sich in Mikroplastik – das sind kleinste Plastikpartikel, welche sich in den Weltmeeren, der Natur und schlussendlich in der Nahrungskette absetzen. Fische verwechseln natürliche Nahrung mit Mikroplastik und sterben durch dessen Aufnahme. Durch die Nahrungskette gelangt das Mikroplastik ebenso auf unsere Teller. Wir konsumieren dadurch Schadstoffe, was wieder rum zu gesundheitliche Schäden führen kann. Unzählige Meerestiere sterben an ihren vollen Plastikmägen und bei der Verbrennung von Plastikmüll entstehen giftige Dämpfe.

Doch genug mit den fürchterlichen Folgen von Plastik – Die Frage stellt sich, gibt es eine Lösung? Ja, die gibt es –Plastikfrei und nachhaltig leben. Du denkst, das ist unmöglich? Nein! Es gibt Alternativen und nachhaltige Produkte, welche ein plastikarmes, ja, sogar ein plastikfreies Leben ermöglichen – und das ganz ohne Verzicht.

Den ersten Schritt, den du unternehmen kannst, ist bei deinem Einkauf auf unnötiges Plastik zu verzichten. Einige Supermärkte bieten unverpacktes Obst und Gemüse an. Aber nicht nur das, auch auf Wochenmärkten oder in Unverpackt Läden kannst du plastikfrei einkaufen.

 

Plastikfrei Leben im Bad

Stück Seife

Ein Stück Seife ersetzt einige Plastikspender. Aleppo Seife kann optimal für die Körperpflege sowie das Waschen der Haare eingesetzt werden und reduziert somit Plastikmüll.

Bambus-Zahnbürste

Greife statt zur herkömmlichen Plastikzahnbürste doch einfach mal zu einer Zahnbürste aus Bambus. Bambus-Zahnbürsten eignen sich auch ideal als Geschenk.

Zahnpasta selbst herstellen

Mach dir deine eigene Zahnpasta. Du kannst dabei komplett auf die Plastiktube verzichten. Die fertige Zahnpasta wird im Anschluss in einem Schraubglas aufbewahrt. Hier zeigen wir dir, wie du dir ganz leicht deine eigene Zahnpasta ohne Mikroplastik herstellst

Mikroplastikfrei einkaufen

Mikroplastik versteckt sich häufig hinter verschiedenen Fachbegriffen. Damit du beim Einkauf den Überblick behältst besorge dir diese Codecheck-App. Noch nie etwas von Mikroplastik gehört? Hier gibt es die Informationen

 

Menstruationstasse statt Tampons

Im Laufe ihres Lebens verbraucht Frau ca. 12.000 Tampons oder Binden. Eine Menstruationstasse kann mehrere Jahre genutzt werden und spart so eine Menge Müll. Die Menstruationstasse ist daher eine nachhaltige Alternative zu Tampons. Nach der Periode einfach die Tasse abkochen im Stoffbeutel aufbewahren.

Waschbare Stoffbinden

Du stehst der Menstruationstasse noch zögerlich gegenüber und möchtest stattdessen lieber Binden benutzen? Kein Problem: Wie wäre es mit Stoffbinden? Diese können nach dem Gebrauch im Wäschenetz aufbewahrt werden und bei 90 Grad gewaschen werden.

Verzichte ganz auf Periodenartikel

Eine weitere Möglichkeit um während der Menstruation Müll und Plastik zu sparen, ist es ganz auf Periodenartikel zu verzichten. Diese Variante ist auch bekannt unter dem Begriff Free Bleeding

Rasierhobel statt Einwegrasierer

Plastikfrei leben geht auch in puncto Rasur. Greife einfach zum Rasierhobel anstatt zum Einwegrasierer. Ein Rasierhobel ist übrigens nicht nur etwas für Männer.

Rasierseife oder Wasser statt Rasierschaum aus der Aluminiumdose

Bei herkömmlichen Rasierschaum stört uns besonders die Aluminiumdose, die bereits nach kurzer Zeit im Müll landet. Jedoch ist dies nicht der einzige Grund, auf Rasierschaum zu verzichten. Viele dieser Produkte beinhalten bedenkliche Inhaltsstoffe. Greife stattdessen zu müllfreien und unbedenklichen Alternativen wie Rasierseife oder klarem Wasser.

Toilettenpapier unverpackt einkaufen

In vielen Unverpackt Läden findest du Toilettenpapier ohne überflüssige Plastikverpackung.

Haarwaschseife statt Shampoo in der Plastikflasche

Wer nicht gleich komplett auf Shampoo verzichten möchte kann seine Haare auch mit Haarseife waschen. Da diese plastikfrei verpackt ist, sparst du an unnötiger Verpackung. Achte beim Kauf vor allem auf natürliche Inhaltsstoffe.

Plastikfrei Leben in der Küche

Glastrinkhalme statt Plastikstrohhalm

Sage Nein zu Plastik-Strohhalmen und nutze dafür lieber plastikfreie Alternativen. Eine nachhaltige Alternative sind die wiederverwendbaren Glastrinkhalme

Ersetze kaputte Plastikprodukte

Ersetze kaputte Kochutensilien durch plastikfreie Alternativen aus Holz oder Bambus. Neben einem Leben ohne Plastik liegt uns aber auch ein minimalistischer Lebensstil am Herzen. Sollte dein Plastiklöffel also noch in Ordnung sein, nutze ihn besser noch, bevor du ihn austauschst oder verschenke ihn.

Marmeladen- & Einmachgläser nutzen

Verwende alte Marmeladen- und Einmachgläser für die Aufbewahrung von Reis, Nudeln und weiteren Lebensmitteln.

Wiederverwendbare Obst- & Gemüsebeutel

Nutze wiederverwendbare Obst- und Gemüsenetze aus Baumwolle statt Plastiktüten zum Einkauf von Obst und Gemüse.

Spülmittel selbst herstellen

Stelle dein Spülmittel ganz einfach selbst her. Vermische dazu 1 Teelöffel Natron mit 1 Esslöffel Soda sowie einige Tropfen eines ätherischen Öls (z.B. Zitrone). Fertig!

Boykott von Plastikbomben

Verzichte beim Einkauf auf Produkte, die übermäßig in Plastik verpackt sind sowie auf Verpackungen in der Verpackung. Besonders bei Süßigkeiten kommt es häufig vor, dass in der Verpackung die einzelnen Produkte nochmals einzeln eingewickelt sind. Zwar lassen sich die Süßigkeiten so vielleicht besser einteilen, jedoch entsteht hierbei auch bei weitem mehr Abfall als nötig sein müsste.

Unverpackt einkaufen

Besuche am Wochenende doch einfach mal einen Unverpackt Laden. Hier kannst du deine Lebensmittel direkt unverpackt einkaufen. Schnapp dir dazu Aufbewahrungsboxen oder Einmachgläser.

Besuch auf dem Wochenmarkt

Kaufe dein Obst und Gemüse unverpackt & frisch auf dem Wochenmarkt oder bei dem Gemüsehändler um die Ecke. Bevorzuge im Supermarkt unverpacktes Obst und Gemüse.

Frisch kochen statt Fertiggerichte

Koche frisch und verzichte auf Fertiggerichte in Plastikverpackungen. Plastikfrei leben sorgt zudem für Abwechslung auf deinem Speiseplan.

Fairer Kaffee statt Kaffee aus der Kapsel

Sag Nein zu Kapsel-Kaffee. Kapsel-Kaffee ist auf das Kilo gerechnet nicht nur sehr teuer, sondern auch extrem belastend für die Umwelt. Greife stattdessen zu Fairtrade Kaffee.

Leitungswasser trinken

Trinke Leitungswasser statt Wasser aus der Plastikflasche. Das Leitungswasser in Deutschland unterliegt strengen Auflagen. Solltest du dir unsicher sein, ob du das Leitungswasser in deiner Stadt trinken kannst, frag einfach mal bei deiner Gemeinde nach.

Verzichte auf Alu-Folie

Alternativ kannst du auch auf wiederverwendbare Bienenwachstücher zurückgreifen, diese werden in Handarbeit hergestellt und bestehen aus Biobienenwachs, Biojojobaöl und heimischem Baumharz aus upgecycelten Stoffen.

Aufbewahrungsboxen für Fleisch und Käse

Lass dir deine Wurst, Fleisch und Käse direkt in eine Aufbewahrungsbox geben.

Greife zu Glas statt zu Plastik

Persönlich kaufen wir so oft es geht Lebensmittel im Glas statt in Plastik, ganz egal, ob es sich um Getränke oder andere Lebensmittel handelt. Häufig schmecken diese nicht nur besser, sondern sind auch umweltschonender.

Einfrieren statt wegwerfen

Du hast zu viel gekocht? Kein Problem – Die meisten Lebensmittel kannst du problemlos einfrieren. Gefrierbeutel aus Plastik benötigst du hierbei auch nicht zwangsläufig. Brot und Brötchen kannst du so beispielsweise in einem Baumwollbeutel und Essensreste in Aufbewahrungsboxen einfrieren. Bei Glas solltest du jedoch aufpassen.

Plastikfrei Leben im Haushalt

Nein zu Werbung

Bringe einen Bitte keine Werbung“- Aufkleber an deinem Briefkasten an. So sparst du dir unnötige Werbung und Plastik. Damit auch dein Briefkasten in Zukunft von überflüssiger Werbung verschont bleibt

Echte Pflanzen statt Plastik

Verzichte auf Plastikblumen und bepflanze stattdessen deinen Garten oder Balkon.

Leih dir Dinge, statt sie zu kaufen

Du möchtest ein Bild aufhängen, hast aber gerade keinen Hammer zur Hand? Leih dir Gegenstände, die du nur einmalig benötigst, statt sie zu kaufen. In vielen Städten gibt es sogenannte „Free your Stuff“- Gruppen. Hier kannst du nach Dingen fragen, die du momentan brauchst, andere hingegen nicht mehr benötigen.

Reparieren statt neu kaufen

Häufig lassen sich Gegenstände doch noch reparieren. In einigen Städten gibt es sogenannte Repair-Cafés; dort kannst du mithilfe von Fachleuten kaputte Haushaltsgeräte kostengünstig reparieren.

Raumerfrischer selbst machen

Statt auf chemische Raumerfrischer aus Plastik zurückzugreifen, stelle dir deine Raumerfrischer doch ganz einfach selbst her. Eine simple, aber duftende Idee ist es, beispielsweise eine Orange mit Nelken zu bestücken. Besonders für die Weihnachtszeit eignet sich dieser Raumduft ausgezeichnet.

Plastikfreies Kinderspielzeug

Wie wäre es mit einer Eisenbahn aus Holz statt aus Plastik? Holzspielzeug ist im Gegensatz zu Plastik natürlich und kann häufig auch noch Jahrzehnte später genutzt werden.

Aufladbare Batterien

Zugegeben, Batterien bestehen nicht aus Plastik, sind aber dennoch ein Gegenstand, den wir regelmäßig bei unseren Clean Ups vorfinden. Mit der aufladbaren Variante werden Batterien vom Wegwerf-Artikel zu einem wiederverwendbaren Zero Waste Hero.

Nachhaltige und langlebige Möbel statt Billigprodukte aus Plastik

Holzmöbel haben einen ganz besonderen Charme, den wir wohl alle kennen. Während Möbel aus Plastik meist schon nach wenigen Jahren ausgetauscht werden müssen, halten Holzmöbel häufig ein Leben lang! Und das Beste ist, je mehr sie in die Jahre kommen, desto besonderer wird ihr Flair. Tolle Möbel aus Holz oder Glas findest du übrigens auch in Second-Hand-Möbelgeschäften.

Waschmittel selbst herstellen

Auch in Waschmitteln findet sich immer häufiger Mikroplastik. Weichspüler und Co sind zusätzlich in Plastik verpackt. Doch wie wäre es, einfach mal Waschmittel selbst herzustellen?

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